(Die "Antwort" zu Post Nr. 27 von "Fräulein Grete Meier" -> Klick:)
Lieschen lernt gerne. Aber sie hat auch Glück. Seit vielen
Jahren darf sie sich aussuchen, was sie lernen möchte. Nicht so wie die Grete,
die zu Seminaren geschickt wird, die sie nicht so dolle interessieren und zu
denen sie eigentlich keinen Bezug hat.
Lieschen interessiert sich erst mal für „alles“, hört sich
viel an und filtert dann das heraus, was sie gebrauchen kann. Darauf kommt es
doch an? Oder nicht? Hermann sagt "Ja" und lernt die Funktionsweisen von Vergasern Motoren und vielem anderen, in dem er sie auseinander- und wieder zusammen baut.
Interesse ist es doch, dass einem hilft, Schulungsinhalte
aufzunehmen, in sich zu bewegen und möglicherweise im praktischen Alltag
anzuwenden. Das sagt auch der Herr Precht. Der neue Robin Hood der Schulkinder.
Er will die Kinder in ihrem eigenen Rhythmus lernen lassen. Ihnen eigene
Verantwortungen lassen und ihre Kreativität beim Lernen einbeziehen. Das findet
die Liese super.
Sie hat nämlich viel Mitleid mit den Kindern der
Nachbarschaft. Wenn sie sie am Nachmittag mit hängenden Schultern und viel zu
schweren Ranzen aus der Schule kommen sieht, möchte sie ihnen am liebsten die
Taschen von den Schultern reißen und alle zu Spielen und Sein in der Natur
einladen. Aber nein. Die Hausaufgaben müssen gemacht werden. Irgendwelche
anderen Unterrichte müssen besucht werden. Pläne sollen erfüllt werden und die
Mütter sorgen zwischen ihren Nervenzusammenbrüchen dafür, dass kein Kind
ausbricht. Schließlich müssen die Noten gut werden, hört das Lieschen von
überall. Für die Zukunft. Was soll sonst aus dem Kind werden?
Ja. Denkt dann die Liese. Was soll aus so einem Kind werden?
Aus einem Kind, das nur was WERDEN soll, aber jetzt nicht einfach SEIN darf?
Zwang und Angst haben ja bislang noch weder Interesse noch eigene Ideen hervorgebracht?
Oder doch?
Raum für eigene Ideen wünscht sie den Kindern von heute. Zeit
wünscht sie ihnen. Sie hätten so viele Möglichkeiten, ihren Interessen
entsprechend an Informationen zu gelangen und sie einfach und lernend anzuwenden.
Das könnte jetzt in ihnen so viel Freude
und Erfüllung wecken, dass es sie sicher und vertrauensvoll in die eigene
Zukunft tragen könnte.
Lieschen hat von einem Schüler gehört, der bis er 15 war keiner
sein musste, der nur seinen Interessen nachgehen durfte und der es geschafft hat
mit einem sehr kurzen Schulbesuch von nur einem halben Jahr den
Realschulabschluß zu machen. Der Junge hatte Lernen gelernt, musste keinen
Widerstand leisten und macht ihr einen sehr lebendigen Eindruck.
Lieschen wünscht auch der Grete, dass sie sich Seminare
aussuchen kann, die sie wirklich interessieren und in ihren eigenen Augen für
ihre Persönlichkeitsentwicklung und den Job sinnvoll sind. Was würde sie dann
wohl lernen wollen?
Oder wäre es wichtiger den Chef mal in ein Seminar zu
schicken, in dem er lernt, besser zu lügen oder vielleicht gar einfach NEIN zu
sagen, wenn er keine Lust zu etwas hat?










